Accenture Banken Blog

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein absoluter Fan von Finanztechnologien und den daraus entstehenden Innovationen für Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister bin. Und ich bin stolz darauf, dass sich die Schweiz inzwischen zu einem der führenden globalen FinTech-Hubs entwickelt hat und eine Vielzahl aufstrebender junger FinTechs beheimatet, die ein ganzes Ökosystem an Investoren und Förderorganisationen, Ideen und Innovationen um sich versammeln.

Doch wer sind diese kreativen Start-ups? Welche Köpfe stecken dahinter? Wer hat die spannendsten Konzepte und Ideen?

Seit der Gründung des Swiss FinTech Awards ist Accenture Knowledge Partner und einer der treibenden Kräfte des Wettbewerbs, einem kleinen Bruder des globalen FinTech Innovation Labs. In diesem Jahr gehen wir zum siebten Mal gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Schweizer FinTech-Ökosystems und dem „Finanz und Wirtschaft Forum“ auf die Suche nach den vielversprechendsten und innovativsten FinTech-Unternehmen der Schweiz. Der Award ist in zwei Kategorien unterteilt:

  • Early Stage Start-up of the Year, für Unternehmen, die jünger als zwei Jahre sind und über weniger als 2,5 Millionen Franken Investitionskapital verfügen und
  • Growth Stage Start-up of the Year, für FinTechs, die länger als zwei Jahre bestehen und mehr als 2,5 Millionen Franken Investitionskapital mitbringen.

Ich kann jetzt schon verraten, dass sich unter den mehr als 100 Bewerbern jede Menge Start-ups mit genialen und inspirierenden Plänen und Lösungen für die Finanzszene finden. Kreativität in Reinkultur, digitale Konzepte mit Disruptionspotenzial und Köpfe mit einer Hands-on-Mentalität, wie man sie derzeit in nur wenigen Branchen in einer solchen Dichte findet.

Der Wettbewerb

Das Themenfeld ist insgesamt recht breit und reicht von Lösungen für den Back-Office-Bereich, zum Beispiel aus den Bereichen Legal, Compliance, Regulatory oder Cyber Security bishin zu einigen Start-ups, die schon im Endkundengeschäft (Front Office) – bspw. im Bereich Krypto – Bekanntheit erreichen konnten.

Die Jury aus Investoren, Unternehmen, Forschern, Finanz- und FinTech-Experten hat die herausfordernde Aufgabe, bis Mitte April die Einreichungen zu bewerten und aus den zugelassenen Bewerbungen die Top5-Kandidaten der Kategorien „Early Stage“ und „Growth Stage“ auszuwählen. Danach müssen die Teams sich beweisen. Sie haben die Möglichkeit, an einem Coaching im Accenture Bootcamp teilzunehmen, um mit der Unterstützung von erfahrenen Beratern ihren Konzepten und Lösungen den letzten Schliff zu geben. Zudem gibt es in verschiedenen Workshops wertvollen Input zu Themen wie Strategie, Business Cases, Rechtsfragen, Expansion und vieles mehr für die dann anstehende nächste Phase des Wettbewerbs: Das Speed-Dating-Event am 9. Juni 2022. Für mich übrigens eine der spannendsten Phasen des Wettbewerbs.

Fast wie in der „Höhle der Löwen“ haben die Kandidaten bei dieser Veranstaltung die Chance, ihre Projekte vor dem anwesenden Publikum zu pitchen und ihr Wertversprechen mit den Jurymitgliedern und Award-Supportern zu diskutieren. Mehr noch, während des Networking-Events haben sie Gelegenheit, wichtige Entscheider und Influencer aus der Finanz- und FinTech-Branche zu treffen und für ihre Idee die entscheidenden letzten Innovations-Prozentpunkte herauszuholen.

Wer am Ende als Sieger der Swiss FinTech Awards 2022 nach Hause geht, entscheidet sich schließlich bei der „Swiss FinTech Awards Night 2022“ Ende Juni. Ich bin heute schon gespannt darauf, welche FinTech-Perlen wir gemeinsam mit unseren Partnern und Awards-Unterstützern in unserem Schweizer FinTech-Ökosystem auszeichnen werden.

Erfolgsgeschichten

Aus der Vergangenheit sind mir noch einige Gewinner in guter Erinnerung, die nach den Awards durchstarten konnten.

Die Themen könnten zeitgemäßer und spannender nicht sein: Eines dieser FinTechs ist beispielsweise die Softwareschmiede Yokoy, die künstliche Intelligenz nutzt, um die Verwaltung von Spesen, Firmenkreditkartenprozessen und Lieferantenrechnungen zu automatisieren und zu vereinfachen. Zudem hatte das Team eine wirkungsvolle Go-to-Market-Strategie, die eine schnelle Expansion ermöglichte. Erst vor kurzem konnte der Gewinner der Kategorie Growth Stage 2021 in einer von Sequoia Capital geführten Finanzierungsrunde 80 Millionen Dollar einsammeln, um das Wachstum in Europa voranzutreiben.

Noch eine Erfolgsgeschichte: Der Buchhaltungssoftware-Spezialist Bexio, der im Jahr 2017 zu den Finalisten der Growth Stage zählte, wurde 2018 übernommen und konnte sich als eigenständige Tochter der Mobiliar als KMU-Plattform weiterentwickeln.

Und auch Instimatch Global (Gewinner Growth Stage 2020 ), der internationale digitale Marktplatz für institutionelle Geldmarktkredite und FQX (Gewinner Early Stage 2021), das erste Unternehmen, das eine Blockchain-basierte Infrastruktur für elektronische Schuldscheine, sogenannte eNotes, entwickelt hat, bleiben in Erinnerung. Instimatch schloss sogar eine vielversprechende Partnerschaft mit FQX, um sein Kernangebot durch die Einführung des disruptiven kurzfristigen Finanzierungs- und Zahlungstool eNotes™ zu erweitern.

Sie sehen, auch unsere Schweizer Finanzszene ist bei Weitem noch nicht „ausdigitalisiert“. Es finden sich immer wieder Nischen, die FinTechs mit innovativen Konzepten füllen – und die auch wirtschaftlich hervorragend funktionieren. Ich freue mich, gemeinsam mit den kreativsten und besten Vertretern und Experten rund um das Schweizer FinTech-Ökosystem, mit dem diesjährigen Swiss FinTech Awards die unglaubliche Geschichte des FinTech-Hubs Schweiz fortzuschreiben. Ich bin gespannt, welche Innovationen in diesem Jahr auf uns warten und halte Sie natürlich auf dem Laufenden.