Wenn der FC Bayern München spielt, dann erstrahlt die Allianz-Arena mit ihren 300.000 LEDs im satten Rot. Verteilt auf 12.000 Straßenkilometer müssen in Los Angeles 215.000 Straßenlaternen betrieben werden, um die Straßen sicherer und die Stadt lebenswerter zu machen. Und so wenig Licht wie möglich möchte die niederländische Nordseeinsel Ameland verbrauchen, um das UNESCO-Programm „Dark Sky Welterbe Wattenmeer“ zu unterstützen und die heimischen Watt- und Wiesenvögel nicht zu stören. Was viele nicht wissen: Derartige Lichtmanagement-Projekte werden unter anderem durch Software-as-a-Service und die Skalierbarkeit von Kapazitäten in der Cloud umgesetzt.

Cloud für Finanzdienstleister

Die Skalierbarkeit der Cloud ist einer der wesentlichen Treiber für ihre Nutzung und auch für die Finanzdienstleistungsbranche von erheblicher Relevanz. Public Cloud-Lösungen ermöglichen die bedarfsgerechte Erhöhung von Rechen- und Speicherkapazitäten, um zum Beispiel ungeplante Spitzenlasten abfangen zu können – und vor allen Dingen lassen sich diese Kapazitätserweiterungen ebenso einfach und schnell wieder rückgängig machen. Das erhöht Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit und hält die Kosten im Rahmen.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich der Anteil von Public und Hybrid Cloud-Lösungen von 2014 bis 2017 von 10 auf 16 Prozent (Public Cloud) bzw. von 20 auf 31 Prozent (Hybrid Cloud) erhöht. Im Bankensektor hat Software-as-a-Service (SaaS), das prinzipiell nur als Public Cloud-Modell verfügbar ist, mittlerweile einen Anteil von 49 Prozent (Stand 2017). Immerhin! Es kommt Bewegung auf dem Weg in die Datenwolke.

Zwei Cloud-Lösungen, die vieles möglich machen

Insbesondere mit der SaaS-Variante liefert die Cloud nahezu schlüsselfertige Anwendungsservices für wesentliche Geschäftsprozesse wie der Personalwirtschaft, dem Einkauf oder dem Vertrieb. Diese sind in der Regel ohne größeren Entwicklungsaufwand in die Unternehmens-IT integrierbar. Mittlerweile sind auch bankfachliche Anwendungen bis hin zu kompletten Kernbankverfahren verfügbar. Neben den offensichtlichen Vorteilen aus der Standardisierung auf einen für viele Unternehmen angebotenen Anwendungsservice ist in Zeiten von Veränderung auch hier die Flexibilität ein wichtiges Argument, da Lizensierung in der Regel volumenbasiert (Nutzer, Kunden, Transaktionen) erfolgt und die Kosten der Lösung damit an die Geschäftsentwicklung des Unternehmens angelehnt werden können. Angesichts dieser Vorteile haben viele Anbieter angekündigt, ihre Software künftig vorwiegend oder exklusiv als SaaS anzubieten.

Die PaaS-Variante bietet voll integrierte und hoch automatisierte Entwicklungs- und Betriebsplattformen, auf denen die Eigenentwicklungen zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten und des Zeitaufwands bereitgestellt und betrieben werden können. Das kann sowohl für die schnelle Marktreife neuer digitaler Lösungen als auch für den kostengünstigeren Betrieb der Legacy-Systeme ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Und hier spielt die extreme Skalierbarkeit von Public Cloud-Lösungen eine wichtige Rolle: Durch die vom Gesetzgeber geforderte Öffnung des Zugriffs auf Daten durch Dritte im Kundenauftrag (PSD2) wird das Transaktionsvolumen in Zukunft deutlich schwerer kalkulierbar, in jedem Fall jedoch wird insbesondere die Zahl der lesenden Zugriffe steigen. Denn nun können Dritte auf Bankservices aufsetzen und eigene digitale Angebote bauen, wobei die Nachfrage zeitlich stark schwanken kann. Einfache und schnelle Skalierbarkeit zum Beispiel durch Umlenkung lesender Transaktionen auf eine schlanke Datenhaltung basierend auf einer Cloud-Plattform kann hier für Entlastung sorgen.

Cloud als Enabler

Durch Cloud-Lösungen werden Banken sicherer und können ihre Compliance-Vorgaben besser umsetzen. Finanzinstitute können mit der Cloud Entwicklungs-, Infrastruktur- und Betriebskosten sparen und Prozesse besser automatisieren: Sie werden so effizienter und kostengünstiger. Noch dazu werden Banken außerdem agiler. Sie sind in der Lage, schneller neue Produkte auf den Markt zu bringen. Somit können sie neue Chancen ergreifen, sich Umsätze sichern sowie auf den Wandel der Geschäftsdynamik reagieren und sich schnell anpassen. All dies ist eine Voraussetzung dafür, um im verändernden Marktumfeld mithalten zu können

Dazu braucht es stringent durchdachte Cloud-Projekte. In meinem nächsten Blogbeitrag wird es daher einige Gedankengänge zur Umsetzung von Cloud-Projekten geben.

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