Accenture Banking Blog

Sicher hat jeder von uns schon einmal beim Shopping über die Stränge geschlagen. Normalerweise ist das kein Problem, solange man selbst eine gewisse Grunddisziplin mitbringt und seine Einnahmen und Ausgaben im Blick hat. Doch muss man heute wirklich noch ein Haushaltsbuch oder eine Excel-Liste führen? Kann hier nicht meine Bank etwas für mich tun?

Offensichtlich nicht wirklich, denn wenn ich auf meine Kontoübersicht im Onlinebanking schaue, macht mich das bisweilen ratlos. Hier werden wie eh und je die Transaktionen recht kryptisch aufgeschlüsselt und Abbuchungen sind teilweise erst Tage später sichtbar. Klar sehen wir hier bei einigen Instituten inzwischen erste Ansätze mit Werkzeugen, welche die Ausgabenstruktur clustern – von Versicherungen über Energie bis zur monatlichen Mietzahlung. Doch solche Personal Finance Management-Tools lösen nicht das wirkliche Problem. Von einem echten Monitoring des Ausgabeverhaltens und einem privaten Liquiditätsmanagement ist das alles noch ziemlich weit entfernt. Zumal meist keine echte Integration mit meinen Transaktionsübersichten erfolgt oder eine richtige Zuordnung meiner Ausgaben stattfindet. Auch lernen die meisten Tools nicht aus meinem Verhalten in der Vergangenheit. So weiß ich dann doch oft nicht, ob ich nun finanziell noch Spielraum habe oder doch lieber etwas kürzer treten sollte. Aus meiner Sicht müssen Banken hier handeln: Es gibt kaum einen besseren Weg, um wieder näher an den Kunden zu rücken, als ihn als persönlicher Finanzplaner zu unterstützen.

Rote Flagge für finanziellen Übermut

Fintech-Start-ups wie Moven zeigen schon heute, welches Potenzial darin steckt. Nicht umsonst ist Accenture derzeit exklusiver Allianzpartner des Start-ups. Das junge Unternehmen positioniert sich als zentraler Hub für alle schon vorhandenen Konten. Die eigene App liefert detaillierte Transaktionsübersichten in Echtzeit. Kunden können hier individuelle Ausgabenlimits festsetzen. Bei der Überschreitung von Durchschnittswerten und Abweichungen vom normalen Ausgabeverhalten wird der Nutzer darauf aufmerksam gemacht. Und dies ganz einfach – ein rotes Display signalisiert schon auf den ersten Blick, dass ich diesen Monat offenbar über meinem typischen Ausgabenvolumen liege. Damit erhält ein Kunde jederzeit eine vollständige Kostenkontrolle und Übersicht über die eigenen finanziellen Möglichkeiten. Darüber hinaus ist die App mit einer gebührenfreien Debit-Card verbunden und setzt zur bargeldlosen Bezahlung auch auf die Funktionen von Master Card Pay Pass. Überweisungen an Freunde müssen nicht über die Eingabe von IBAN- Zahlenmonster in Onlineformulare ausgelöst werden. Bei Moven geht das Ganze auch per Mail oder SMS, selbst wenn die Empfänger keinen Account bei dem Start-up haben.

Ziel ist das maßgeschneiderte Finanzerlebnis

Sicher, die Technologien hinter Moven sind nicht unbedingt neu. Geld überweisen, mit Karte zahlen, Kontostand anschauen – all das geht auch bei meiner Bank. Das Start-up verpackt aber die Grundfunktionen des Retailbankings auf intelligente, absolut kundenzentrierte Weise neu und erweitert sie sinnvoll. Letztlich bekommen die Nutzer hier ein maßgeschneidertes Finanzerlebnis. Und genau das kann für Banken nicht nur zum Risiko, sondern auch zur Chance werden: Denn Moven bietet ihnen Möglichkeiten einer echten Kooperation an. Sie können die Lösung in die eigenen Angebote einbinden. Damit profitieren sie von der Innovationskraft und können sich die wichtigen Interaktionspunkte mit ihren Kunden erhalten, ohne selbst enorme Investitionen anzustoßen. Erste Beispiele für solche Kooperationen sehen wir z.B. bei Westpac in Neuseeland. Weitere werden mit Sicherheit folgen.

Fintech-Kooperationen bei der Finanzplanung sichern Banken ab und kennen nur Gewinner

Was passiert, wenn die Banken hier nichts unternehmen? Neben Moven treten nämlich derzeit auch eine ganze Reihe anderer Start-ups in den Markt und übernehmen die Rolle des persönlichen Finanzplaners in Eigenregie. Banken werden in solchen Konstellationen mehr oder weniger zum Infrastrukturdienstleister im Hintergrund degradiert. Die bestehende Beziehung zwischen Bank und Kunde, die wertvollen Interaktionspunkte und damit sämtliche Kundeninformationen gehen verloren, das Finanzinstitut wird austauschbar.

All dies passiert vielleicht nicht heute oder morgen. Mit dem zunehmenden Digitalisierungsgrad der Kunden braucht es aber dennoch schnelle Antworten. Ich persönlich würde mich freuen, wenn mir meine Bank durch Unterstützung bei den Alltagsfinanzen wieder näher kommt. Die Idee von Moven gefällt mir aber auch. Warum also nicht mittels Kooperation eine Win-Win-Win-Situation schaffen – für Kunden, Banken und die innovativen Start-ups?

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