Accenture Banking Blog

Auch in der Finanzwelt werden Produkte und Services künftig in einem digitalen Ökosystem mit Partnern angeboten. Doch was bedeutet die „We Economy“ konkret für Banken und welche Makrotrends und Ansatzpunkte für Banken stecken eigentlich dahinter? In unserer Technology Vision sind wir diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Internet of me und kundenzentrierte Lösungen statt Angebote mit der „Gießkanne“

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Aus den gegenwärtigen Produkten von der Stange werden maßgeschneiderte Lösungen, Massenmarketing wird durch digitalisierte und skalierbare 1-zu-1-Beziehungen abgelöst, Streuverluste werden mini- und die Kundenzufriedenheit maximiert. 50 Prozent der internationalen Banken sehen diese Entwicklung als Top-Priorität, mit allen zugrundliegenden Investitionen in die entsprechenden Technologien zu Personalisierung, nahtloser Kundeninteraktion, Analytics & Co. Künftig werden bei den Instituten hochindividualisierte Angebote und Services im Vordergrund stehen.

Die fortschreitende Vernetzung der Konsumenten mit Sensorik – von der Apple Watch bis zum Fitbit – verändert aber durch neue Kundenerwartungen die Angebotslogik grundsätzlich. Die Zukunft liegt in der sogenannten Outcome Economy, wenn kundenzentrierte Lösungen Produkte ersetzen. Dies erwarten auch 90 Prozent der in unserer Technology Vision befragten Bankentscheider. Für Finanzinstitute bedeutet dies, dass sie weit stärker Teil der neuen Netzwerke rund um den Konsumenten und dessen Alltag werden müssen. Schon heute nutzen die ersten globalen Banken irgendeine Form von Sensordaten für die individualisierte Kundeninteraktion. So können Kunden der russischen Alfa-Bank ihr Sparverhalten an ihr Bewegungspensum knüpfen. Je aktiver sie sind, gemessen mit Fitness-Trackern wie dem Fitbit, desto mehr wird gespart. Und eine höhere Verzinsung gibt es oben drauf. Ich gehe fest davon aus, dass wir solche Angebote in den kommenden Jahren noch weit öfter sehen werden.

Digitales Banking braucht Innovationspartnerschaften und smarte Organisationen

Natürlich bedarf es entsprechender Plattformen zur Kommunikation und Datenauswertung. Mit den Weiterentwicklungen von Cloud- und mobilen Technologien sowie der zugehörigen Applikationen lösen sich frühere Technologie-und Kostenbarrieren zunehmend auf. Die Folge: Eine Plattform (R)evolution. Damit erreicht das, was Google, Apple und alle anderen digitalen Spieler mit der Öffnung ihrer Kanäle für Entwickler seit Jahren tun, nun auch die Bankenlandschaft. Mit der Öffnung von eigenen Schnittstellen und Daten für Partner warten auf die Institute neue Wertschöpfungsmodelle und Wachstumsimpulse. Schon heute setzen viele der internationalen Institute auf Open Innovation-Programme zur Einbindung neuer Applikationen und Zusammenarbeit mit Partnern, 45 Prozent teilen Daten mit digitalen Partnern und weitere 55 Prozent experimentieren mit Platform as a Service-Lösungen. Banken müssen aktiver Gestalter dieser Umgebungen sein. Sie sollten einerseits selbst zur Plattform und damit zum Zentrum des Finanz-Ökosystems rund um den Kunden werden. Andererseits liegen neue Wachstumsimpulse auch in Services für andere Plattformen. Warum sollte nicht eine Bank zum Beispiel deren Zahlungsverkehr abwickeln oder mit Spezial-Know-how bei der Betrugsidentifikation und –bekämpfung unterstützen?

Zur Verbesserung eigener Strukturen und Förderung der Zusammenarbeit sowie Stärkung der Innovationsfähigkeit können Plattformen aber auch intern genutzt werden.

Und genau hier setzt der Makrotrend zur intelligenten Organisation an. Banken nutzen seit Jahren Softwarealgorithmen zur besseren und schnelleren Entscheidungsfindung. Mit kognitivem Computing, unterstützt durch die Kraft der Cloud und neuer Verarbeitungstechnologien, erreicht die Entwicklung ein ganz neues Niveau. 75 Prozent der Bankentscheider erwarten fast schon eine Revolution in der Nutzung und Verarbeitung von Daten.

Mensch und Technologie als Team

Doch was bedeutet die digitale Reise der Kreditinstitute für deren Mitarbeiter? Die neuen Technologien zur Datenauswertung und Sensorik sowie intelligente Maschinen verlangen nach neuen Organisationsformen, in denen Mensch und Technologie als Team arbeiten. Durch neue Spracherkennungs- und -verarbeitungsmethoden ist es heute weit einfacher, mit Maschinen zu interagieren. Fortschritte im Bereich Sensorik und Wearables machen es möglich, Technologie nahtlos in bestehende Arbeitsprozesse zu integrieren. Auch in der Bankindustrie werden diese Möglichkeiten in den kommenden Jahren für hochindividuelle, effiziente und skalierbare Servicelösungen sorgen.

All diese Treiber und der Aufstieg der „We Economy“ verstärken noch einmal die Vision der „Everyday Bank“. Die Bank muss stärker an den Kunden heranrücken und ein Serviceportfolio rund um dessen Alltag kreieren. Doch dies erfordert einen völlig neuen Zugang zu Bereichen wie Kundenerlebnis, Vertrieb, Marketing, operativem Geschäft und IT: flexibel, intelligent und vernetzt. Wie? Das zeigen wir ihnen auch in unseren Point of Views „Digital IT Blueprint for the Everyday Bank“ und „Role of Core in Digital Adoption“. Und die Ergebnisse unserer Technology Vision für Banken 2015 finden Sie hier. Lassen Sie sich inspirieren und seien Sie mutig!

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