Accenture Banking Blog

Digitale Disruptoren drängen ins klassische Bankgeschäft. Die Kunden wechseln immer schneller auch zu alternativen Anbietern außerhalb der Branche. Bis 2020 könnte dies die Institute bis zu ein Drittel ihrer Erträge kosten – ein gigantisches Risiko. Marktseitig geben Volatilität und Krisenszenarien den Takt vor und die Branche ächzt unter immer neuer Regulierung. Unser aktueller Global Risk-Point-of-View zeigt: Viele dieser Risiken lassen sich bewältigen, wenn die Banken Risikomanagement als Chance begreifen – und zur Chefsache machen.

Regularien als Chance begreifen

Rund zwei Drittel (67 %) der im Rahmen unserer Studie befragten Risikomanager geben an, ihre Vorgesetzten steuerten die Bank immer noch vorwiegend mit Blick auf die Einhaltung der regulatorischen Vorschriften. Nur 29 % geben an, ihre Bank gehe (bewusst) über diese Mindestvorschriften hinaus. Dabei könnte genau dies der Königsweg sein: Regularien sollten als Anhaltspunkt für eine zukunftsgerichtete Gesamtbanksteuerung verstanden werden. Banken, die erfolgreicher sein wollen als der Markt, müssen die neuen Regularien als Chance betrachten, ihr Geschäftsmodell grundsätzlich neu zu denken.

Risikomanager müssen Wegbereiter werden

Risikomanager spielen dabei eine entscheidende Rolle: Längst sind sie keine Kontrolleure mehr, die nur den Value-at-Risk berechnen oder Worst-Case-Szenarien durchspielen. Zunehmend werden sie zu strategisch bedeutsamen Wegbereitern für das nachhaltige Wachstum der Bank von morgen – schließlich sind Chance und Risiko zwei Seiten derselben Medaille. Darüber hinaus  müssen sie sich proaktiv mit dem digitalen Wandel befassen, dürfen nicht mehr nur zwischen „genehmigt“ und „zu riskant“ entscheiden, sondern müssen risikooptimiertes und profitables Wachstum ermöglichen.

Vom Risikomanager zum Risk Master

Doch was macht einen „Risk Master“ tatsächlich aus? Unsere Studie zeigt hier folgende Schlüsselmerkmale für den Risikomanager der Zukunft:

  1. Er antizipiert neue regulatorische Anforderungen – und adressiert diese frühzeitig und umfassend.
  1. Er begreift sich selbst als Wegbereiter profitablen Wachstums.
  1. Er befasst sich überdurchschnittlich stark mit neuen, unbekannten Risiken – etwa Cyber- oder digitalen Risiken.
  1. Und weil er nicht alles allein machen kann, sucht er gezielt versierte Spezialisten, die sowohl die digitale Technologie als auch die klassischen Risikomethoden kennen.

Weitere Risikothemen und Details zu den Eigenschaften eines „Risk Masters“ können Sie unser Global Risk Management Study 2015 entnehmen.

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