Accenture Banking Blog

Zeitweise wirkt es geradezu so, als würde der regulatorische Sturm zum Orkan – und dieser wiederum wird zur neuen Normalität. Doch sind die Institute für diese Wetterlage gerüstet und nutzen die aktuelle Dynamik vielleicht sogar, um Ihr eigenes Fortkommen zu beschleunigen? Und wenn nicht, wie machen sie sich ihr Haus zumindest  wetterfest?

Aber lassen Sie uns einen Blick auf die Gesamtwetterlage werfen: Weitere Ausgestaltung der CRD-IV, neue Standards für das Risikomanagement mit BCBS 239, Novellierung der Einlagensicherung, Einführung der Clearingpflicht bei OTC-Derivaten, Umsetzung der 4. Anti-Geldwäsche-Richtlinie, MiFID II und MiFIR, neue Restrukturierungsregeln für Banken, Trennbankensystematik: Die Liste der regulatorischen Eingriffe in die Bankenlandschaft ist lang und lässt sich noch deutlich ausweiten. Und mittel- bis langfristig wird damit noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Klar ist: Mit den gegeben Strukturen sind Banken für die neue Realität kaum gerüstet. Das belegen nicht zuletzt auch die Ergebnisse unserer High Performance Finance Studie für den Bankensektor. Quintessenz: Strengere Kapitalanforderungen zwingen die Institute, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken, Anteilseigner erwarten zugleich Ertragsstärke und einen Ausbau von Marktanteilen, die Anforderungen verschiedener Stakeholder sind parallel zu managen – zusätzlich sorgen die nach wie vor vorhandenen Silostrukturen sowie komplexe Legacy Systeme vielfach für eine kaum zu bewältigende und bremsende Komplexität.

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Daran müssen wir arbeiten, denn der regulatorische Druck fordert ein ganz neues Agilitätsniveau. Künftig werden Banken ein organisationsübergreifendes zentrales Center of Excellence für die aufkommenden regulatorischen Anforderungen benötigen. 36 Prozent der Marktteilnehmer planen, ein solches in den nächsten zwei Jahren aufzubauen. Und auch das gegebene Architekturmodell steht bei vielen Banken auf der To-do-Liste. Hier will jeder Dritte Finanzentscheider eine organisationsweite zentrale und konsistente Datenhaltung sowie entsprechende Modelle, Prozesse und Applikationen für Risiko und Finanzen etablieren. Entsprechend haben inzwischen etliche Institute umfangreiche Transformationsprojekte für eine integrierte Architektur zur Gesamtbanksteuerung angestoßen. Und dennoch: Ein Aufbruch einer ganzen Branche in die neue Wirklichkeit sieht anders aus.

Was wir brauchen, ist ein Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung der Regulierung. Es ist an der Zeit die Segel zu setzen und den Sturm für das schnelle Fortkommen zu nutzen. Denn eine neue Steuerung bedeutet weit mehr als nur Compliance. Ganz gleich ob Effizienzsteigerung und langfristige Kostenreduktion, Steigerung der Reaktionsfähigkeit bei der Umsetzung neuer Anforderungen, Informationsqualität oder Risikomanagement-Exzellenz: Eine Banksteuerung 2.0 adressiert nahezu sämtliche Herausforderungen der Branche. Die Effekte werden wir mittelfristig deutlich in der Performance am Markt sehen.

In meinen Blogbeiträgen werde ich mich in den nächsten Wochen etwas tiefer mit der zukunftsgerichteten Architektur der Gesamtbanksteuerung auseinandersetzen. Bis dahin möchte ich Ihnen jedoch unsere High Performance Finance Studie wärmstens ans Herz legen.

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