Accenture Banking Blog

Unter Hochdruck wird in den Bankhäusern an der Umsetzung von MiFID II gearbeitet. Bis Ende nächsten Jahres müssen schließlich die Lösungen zu Themen wie Anlegerschutz, Markttransparenz, interne Organisation und Risikocontrolling stehen. Doch bei all dem Druck bleiben die eigentlichen Potenziale, die der regulatorische Wandel mit sich bringt, oftmals auf der Strecke.

Natürlich haben MiFID II und MiFIR einen erheblichen Einfluss auf das operative Geschäft sowie die Ertragssituation in der Finanzindustrie. Der Regulierungsschritt hat daher aus gutem Grund zahlreiche größere Transformationsprojekte ausgelöst. Doch macht es Sinn, das Ganze isoliert von den anderen regulatorischen Maßnahmen zu betrachten? Mit Basel II und III, CRD IV, Dodd-Frank & Co. hat in den vergangenen Jahren ein regelrechter regulatorischer Tsunami die Branche überrollt. Einzelne Umsetzungsprojekte bei der Beantwortung dieser Herausforderungen können hier zwar zunächst Compliance bedeuten, sie machen Finanzinstitute aber auch weiterhin zu Getriebenen der Aufsichtsbehörden und deren immer neuen Anforderungen. Hier braucht es einen weit umfassenderen Ansatz.

Gerade MiFID II bietet dazu enorme Chancen:

PDF-Download
PDF-Download
  1. Das Regelwerk fördert mittelbar eine Verbesserung der Servicequalität und zugrundeliegender Methoden – mit dem Effekt transparenterer Entscheidungen und einer Erhöhung der Kundenzufriedenheit.
  2. Gleiches gilt für die Profitabilität. Zwar gehen mit MiFID II zunächst nicht unerhebliche Investitionen einher, sie werden sich aber durch die Verbesserung der Produkt-Governance und Kundenorientierung im Produktentwicklungsprozess mittel- bis langfristig durch höhere Umsätze auszahlen.
  3. Auch die Kostenseite lohnt der Betrachtung. Ich glaube fest daran, dass MiFID II neue Möglichkeiten zur Verschlankung organisatorischer Strukturen und Einsparungspotenzial bei den Betriebskosten mit sich bringt. Schlüssel sind beispielsweise die Digitalisierung der Arbeitsprozesse, Wegfall unnötiger Prozessschritte in der Wertschöpfungskette und der gezieltere Einsatz technologischer und finanzieller Ressourcen sowie Mitarbeiter.
  4. Hinzu kommen die Effekte des verbesserten Risikomanagements – Stichwort stärkere Integration des Bereichs in Management und Compliance – und der geringere Aufwand durch Automatisierung für Dokumentation und Berichterstattung.

MiFID II ist der perfekte initiale Treiber, um die Organisation der Bank insgesamt zu verbessern und zukunftsfähig aufzustellen. Die Transformationsprojekte müssen ohnehin laufen. Warum rücken wir dabei also nicht neben schlichter Compliance auch Kundenzufriedenheit, Ertragswachstum und Kostenpotenziale in den Fokus?

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.