Accenture Banking Blog

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich dargestellt, warum die Rolle des CDO für die Data Governance in Banken so entscheidend ist – und welche Möglichkeiten er hat, diese schwierige Aufgabe zu bewältigen. Entscheidend ist hier vor allem Durchsetzungsfähigkeit, aber auch tiefgreifende technische Kenntnisse der IT-Landschaft sind natürlich ein erheblicher Vorteil. Da liegt es oft nahe, auf denjenigen zurückzugreifen, der sich am besten mit der IT auskennt. Denn Data Governance ist doch im Grunde ein IT-Thema. Oder? Meine Antwort darauf ist ein klares Nein.

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IT-getriebene Governance-Initiativen sind zum Scheitern verurteilt

Die eigentlichen Eigentümer und Konsumenten der Daten sind nun einmal die jeweiligen Fachbereiche. Schließlich liegt dort das inhaltliche Verständnis der Daten – aber auch die Verantwortung für deren Vollständigkeit und Richtigkeit. Sicher, die IT-Experten in den Banken sind „am nächsten dran“ an den Daten. Sie erkennen Probleme bei der Datenqualität oftmals vor den Fachbereichen, vor allem wenn sie sich über mehrere Bereiche erstrecken. Damit wird IT oft zum initialen Sprachrohr für die Notwendigkeit von Data Governance.

Doch nach meiner Erfahrung ist es nicht ganz so einfach. Data Governance-Initiativen, die aus der IT heraus getrieben werden, scheitern in den meisten Fällen. Das hat eine ganze Reihe von Gründen – die durchaus nicht der IT anzulasten sind! Meist fehlt eine geeignete Governance-Struktur, Verantwortlichkeiten werden nicht klar festgelegt bzw. übernommen, Kontrollen nicht regelmäßig durchgeführt. Es mangelt an der klaren Kommunikation der Maßnahmen, weshalb bereichsübergreifend die Akzeptanz fehlt. Die Budgets genügen daher oft nicht. Und meist hat die IT auch keine ausreichenden Einblicke in die Business-Prozesse. Sie kann daher kaum Änderungen an diesen Prozessen vorschlagen, um wiederum die Datenqualität zu verbessern – geschweige denn die methodische oder operative Dateninhaberschaft und die damit verbundenen Aufgaben übernehmen bzw. diese Rollen vergeben.

Die Fachbereiche sind gefragt – die IT ist ein Schlüsselfaktor

Data Governance-Initiativen können ergo nur dann erfolgreich sein, wenn sie von Fachseite vorangetrieben werden. Der Fachbereich muss dabei eine ganze Reihe von Aufgaben erfüllen – von der Festlegung der Strategie und der Einholung des Budgets über die Definition von Verantwortlichkeiten und Dateneigentümern und das Festlegen messbarer Sollwerte für die Datenqualität bis hin zur Top-Down-Kontrolle des Projekterfolgs.

Dabei kommt der IT aber eine ganz entscheidende Rolle zu: Sie muss die Zielbilder der Daten- und Systemarchitektur definieren, die die Operationalisierung der fachlichen Data Governance-Anforderungen ermöglichen – sowohl mit Blick auf die (recht kurzfristigen) Zeitvorgaben der Aufsicht als auch mit Blick auf einen nachhaltigen, kosteneffizienten Betrieb. Gerade letzteres erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit der Ausgestaltung der  technischen Infrastruktur und der Auswahl geeigneter Tools. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Kompetenz der IT, den Einsatz neuer Technologien zu testen und entsprechende Lösungen vorzuschlagen. Kurz: Die IT kann nicht der Treiber der Data Governance sein – ohne sie geht es aber auch nicht.

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