Accenture Banking Blog

Heute möchte ich etwas tiefer in die Frage eintauchen, was eigentlich eine Banken-Dienstleistung heutzutage genau ausmacht. Wenn ich über meine Bank und deren Angebot nachdenke, dann kommt mir hier eigentlich nur die Abwicklung meiner Geldtransaktionen in den Sinn. Beratung habe ich schon lange nicht mehr in Anspruch genommen. Mir fehlen oft einfach die Objektivität und vor allem die Relevanz für meine persönliche Lebenssituation. Freunden oder Vergleichsplattformen vertraue ich da mehr.

Unsere Consumer Survey hat gezeigt, dass ich damit nicht allein bin. Kunden wünschen sich von einer Bank heute mehr als nur typische Banken-Services. Sie wünschen sich Banken, die verstehen, was sie bewegt und ihnen Angebote macht, die sie abholen. Sie erwarten, dass Banken bereits da präsent sind, wo Kunden erstmals über ihre Bedürfnisse nachdenken – und dass sie Verknüpfungen zu anderen Dienstleistungen herstellen.

Deine Bank – Dein Problemlöser

Passend dazu war ich kürzlich bei einem Vortrag unserer globalen Design- und Innovationsberatung Fjord. Jedes Jahr stellen die Experten ihre Top-Trends zusammen, die die Entwicklungen in einer digitalen Welt beschreiben und eine große Rolle für Unternehmen, Organisationen und die Gesellschaft spielen werden. Eine wichtige Erkenntnis aus aus der Keynote: Es stehen nicht mehr nur einzelne Produkte oder Dienstleistungen im Fokus. Stattdessen lassen sich durch Kooperationen „Living Services“ schaffen. Das ist im Grunde eine Weiterentwicklung des „Internet of Things“, denn die Fragen lauten: Wie können Marken das Internet der Dinge und leistungsstarke Datenanalysen zur Schaffung von Diensten und Services nutzen, die sich den ändernden Bedürfnissen der Konsumenten permanent anpassen? Genau das erwarten die Kunden nämlich: ein Ökosystem als Problemlöser, mit vernetzten Produkten und Banken-Services.

Beispiele, wo Living Services zunehmend Einfluss auf unseren Alltag haben:

  • Unser Zuhause: z. B. Energiemanagement, Sicherheit, Entertainment
  • Unsere Fortbewegung: z. B. Routenplanung, Treibstoff-/Energiemanagement, Verkehrsinformationen
  • Unser Geld: z. B. Einkaufsentscheidungen, Transaktionen, Anlageberatung

Die Macht der Schnittstelle

Die Voraussetzung, um das Potenzial der Ökosysteme zu heben und Living Services zu entwickeln, liegt mit den Schnittstellen (APIs) jedoch in der Hand der Banken selbst. Nicht ohne Grund arbeiten viele der führenden Institute bereits an API-Banking-Lösungen, die über eine standardisierte Schnittstelle auf die für den Service nötigen Daten der Bank zugreifen. Erst die Nutzung von APIs ermöglicht es also, schnell und einfach Produkte und Banken-Services zu kombinieren, die über traditionelles Banking hinausgehen. Zu diesem Thema kann ich auch den Blogartikel meines Kollegen Alan MacIntyre empfehlen. Er beschreibt hervorragend, warum APIs im Zahlungsverkehr so relevant sind und wie Banken damit umgehen sollten.

Das Datenpotenzial ausspielen und mit Partnern gewinnen

Es dürfte spannend werden, wohin diese Entwicklung führen wird. Die Interaktionen zwischen Bank und Drittunternehmen bzw. Drittunternehmen und Kunden eröffnen viele Möglichkeiten – denn sie bieten das Potenzial für einen ganz neuen Markt für Bankdaten.

Banken, die diesen Weg konsequent gehen, können nicht nur über Kooperationen neue Services anbieten. Sie werden außerdem von den Kooperationspartnern und deren Innovationskraft profitieren – und entwickeln sich so zum Bestandteil eines neuen Ökosystems, ohne dabei selbst neue Ideen generieren zu müssen.

Banken sollten diese Living Services-Chance nutzen und ihre eigene API-Strategie entwickeln. Schließlich verfügen sie über eine enorme Menge an Kundendaten und Wissen über das Verhalten der Kunden. Mit der richtigen Strategie, ausgespielt über die relevanten Kanäle, können Banken in Kooperationen endlich wieder Serviceerlebnisse bieten, die der Erwartungshaltung digitaler Kunden gerecht werden.

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