Accenture Banking Blog

IT kann zwar nicht der Treiber von Data Governance sein, spielt aber doch eine Schlüsselrolle– so die zentrale These meines letzten Blogbeitrags. Schließlich müssen hier riesige Datenmengen in den Banken völlig neu organisiert werden: Data Governance beinhaltet insbesondere die Digitalisierung und Zentralisierung von Daten. Hier schlummern jedoch auch erhebliche IT-Risiken – sowohl während der Operationalisierung des neuen Systems als auch bei dessen späterem Betrieb.

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Vertrauen ist essenziell – vor allem für Banken

Dazu möchte ich in meinem finalen Blogbeitrag zum Themenfeld Data Governance  zwei wichtige Erkenntnisse aus unserer aktuellen Accenture Technology Vision 2016 darstellen.

Erstens: Vertrauen ist essenziell. 83 Prozent der von uns befragten Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass Vertrauen der Eckpfeiler der digitalen Wirtschaft ist. Für Banken gilt dies im besonderen Maße. Schließlich wird sich ihr Geschäft in den kommenden Jahren besonders stark digitalisieren. Das Vertrauen ihrer Kunden, Regulatoren oder Drittsysteme ist daher enorm wichtig.

Zweitens: Gleichzeitig gehen 82 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sich die IT-Risiken ihrer Organisation angesichts der wachsenden Bedeutung von Daten dramatisch erhöhen wird. Bei Banken ist dies besonders augenfällig. Abgesehen von versehentlichen Datenpannen wächst die Gefahr durch Angreifer von innen (Stichwort: Schweizer Steuer-CDs) oder von außen (Stichwort: Cyberattacken).

Doch mehr als vier von fünf befragten Unternehmen geben zugleich an, dass die Kontrollen innerhalb ihrer Organisation derzeit nicht die eigentlich notwendigen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Vielmehr liegt der Fokus bisher nahezu ausschließlich auf der Sicherheit der persönlichen Daten.

Wir brauchen eine digitale Ethik

Das muss sich dringend ändern. Ohne umfassende Richtlinien, intensives Training der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die stetige Weiterentwicklung der Daten- und Digital-Standards werden die Risiken immer weiter steigen. Abseits der hierfür erforderlichen Gegenmaßnahmen muss auch das Vertrauen in die „digitalen Fähigkeiten“ einer Bank gewährleistet werden, und zwar in zwei Stoßrichtungen: Zum einen geht es um die tatsächliche Daten- bzw. IT-Sicherheit – also zum Beispiel sichere Datenbanken, Anwendungen und Infrastruktur, konkrete Sicherheits- und Datenschutzverfahren oder Governance- und Compliance-Regeln, aber auch das Cyber Defense Management.

Zum anderen müssen sich alle Beteiligten bereits heute Gedanken über eine neue digitale Ethik machen. Wir müssen uns gemeinsam darüber einig werden, welche Verhaltens- und Verfahrensvorgaben zur Handhabung von Daten notwendig sind. Und wir müssen definieren, wie wir mit den Erkenntnissen aus der Analyse von Daten umgehen dürfen und sollen. Gerade für Banken, die sich im Wettbewerb zunehmend gegen kleine, aber schlagkräftige neue Spieler durchsetzen und ein Stück weit auch verlorenes Vertrauen zurückgewinnen müssen, sind überzeugende Antworten auf diese Fragen von entscheidender Bedeutung.

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