Accenture Banking Blog

Die gute Nachricht zuerst: Deutsche Banken haben den digitalen Wandel weitestgehend verinnerlicht. Die Verantwortung für die notwendige Transformationsleistung liegt inzwischen eindeutig auf der strategischen Ebene, wie unser diesjähriger Digital Readiness Report für Finanzdienstleister zeigt. Beim digitalen Denken erzielen deutsche Finanzplayer im Vergleich mit ihren europäischen Konkurrenten eine Spitzennote. Doch reicht das wirklich? Sind deutsche Banken damit schon auf dem richtigen Weg?

Zu viele Denkspiele, zu wenig Umsetzung

Ich befürchte, nein. Denn was die Planung und konkrete Umsetzung in Produkte und digitale Services anbetrifft, sind sie im Vergleich mit europäischen Branchenkollegen teilweise ins Hintertreffen geraten, wie ich auch immer wieder in meiner Beratungspraxis sehe. Die deutsche Finanzindustrie diskutiert noch sehr intensiv über mögliche Effekte des digitalen Wandels und beobachtet neue Technologietrends wie z.B. Cloud Lösungen und innovative Fintech-Start-ups. Die Wandlungsdynamik gerät aber bereits in der Planungsphase ins Stocken – ganz zu schweigen vom Design neuer Produkte, der gemeinsamen Produktion digitaler Services mit Netzwerkpartnern, der digitalen Einbindung von Kunden, der Distribution sowie dem Servicing.

Die digitale Organisation formen

Um hier rasch Fahrt aufzunehmen, lohnt vor allem der Blick auf die eigene Organisation und die vorhandenen Kompetenzen. Bei den internen Arbeitsabläufen klafft nach unseren Analysen nämlich die größte Lücke zur digitalen Marktreife. Für neues digitales Geschäft rund um den Kunden und Durchsetzung im Wettbewerb mit Start-ups und Technologiespielern brauchen Kreditinstitute ganz neue Strukturen. Es reicht hier längst nicht mehr bestehende Produkte und Services wie die Kontoeröffnung oder den Finanzüberblick in neue Kanäle zu verpflanzen. Und auch die Entwicklung von neuen Plattformen wie z.B. State-of-the Art Content Management Systemen bedeutet noch lange nicht, dass diese auch ihre volle Schlagkraft entfalten. Gefragt ist vielmehr ein digitales Mindset, welches den Menschen in den Mittelpunkt rückt und das Operating Modell der Banken verändert.

Menschen machen das digitale Finanzgeschäft aus

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Damit meine ich einerseits den Kunden. Dessen Bedürfnisse bestimmen künftig nicht allein die Art, wie Produkte und Services gestaltet werden. Auch die internen Prozesse und die Organisation der Arbeit müssen dieser Kundenzentrierung Rechnung tragen. Digital heißt „real-time“ und 24/7 – jederzeit mit hoher Relevanz Mehrwerte für die Kunden zu schaffen. Es reichen keine wöchentlichen Redaktionssitzungen, um Produktkampagnen zu planen. Viel wichtiger ist der kontinuierliche Dialog mit dem Kunden zu seinen aktuellen Bedürfnissen rund im Information und Service.

Die digitale Reorganisation betrifft jeden Mitarbeiter direkt. Ohne die richtigen Talente wird die fundamentale Veränderung des Bankgeschäfts schließlich nicht umzusetzen sein. Um neue, digital affine und in den neuen Technologien top ausgebildete Menschen anzuziehen und dauerhaft zu binden, sollten sich Banken einer Employee Experience verschreiben und weit stärker auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen – von der richtigen Ausstattung der Arbeitsplätze über ein konstruktives Umfeld mit ausgeprägter Fehlerkultur bis hin zur Sinnstiftung des Jobs.

Nur wenige Banken haben bislang den Wechsel von einem Unternehmen mit einigen digitalen Fähigkeiten hin zur agilen und digitalen Bank geschafft. Jetzt heißt es, schnellstmöglich in den Umsetzungsmodus zu wechseln.

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