Accenture Banking Blog
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Die Bankenlandschaft ist in Bewegung – und das hat nicht zwingend allein mit Fintech-Power zu tun. Das ist eigentlich die Quintessenz, die ich für mich persönlich von der Neujahrsveranstaltung des Campus of Finance der WHU mitgenommen habe. Dort durfte ich gemeinsam mit vielen anderen hochkarätigen Sprechern aus der Finanzindustrie vor einigen Wochen zu Gast sein. Und ich muss sagen, ich bin auch jetzt noch davon beeindruckt, was die Studenten hier seit Jahren auf die Beine stellen und welche Impulse und Aha-Effekte das Event jedes Jahr aufs Neue bietet. Wenn hier die Zukunft der Banken – unserer Branche – liegt, dann bin ich mehr als zuversichtlich – denn der Blick der Studenten auf die Finanzbranche geht schon heute weit über punktuelle Trends hinaus.

Dienstleistung wieder wörtlich nehmen

Doch warum ist das wichtig? Weil genau in dieser permanenten Fokussierung auf punktuelle Trends seit Jahren die Krux für die Branche liegt. Denn wo stehen wir eigentlich, was die Business-Modelle der Kreditinstitute betrifft? Die umfassende Digitalisierung und mögliche Angriffe neuer Technologiespieler aus dem Fintech-Lager bleiben weiterhin die zentralen Zukunftsthemen.

Banken scheinen im Bermudadreieck aus digitalen Initiativen, veralteten Business Modellen und nicht zuletzt auch der Niedrigzinssituation zu verschwinden. Neue Wachstumsimpulse werden so kaum erzeugt werden können. Institute sollten hier wieder das Steuer in die Hand nehmen sollten. Die grundlegende Veränderung, um Banking wieder profitabel zu machen muss nämlich meiner Meinung nach von den Banken selbst kommen – und zwar tief von innen, aus dem eigenen Selbstverständnis heraus. Denn all die bestehenden digitalen Transformationsprojekte sollten die Institute über eines nicht hinwegtäuschen. Der Kern liegt auch künftig – und sogar mehr denn je – im Service mit dem Kunden im Zentrum.

Banking wird zu einem permanenten Dienen und Leisten, wieder echte Dienstleistung eben, unterstützt durch Technologie. Denn wie war das noch vor 30 Jahren? Da gab es noch den normalen Job des Bankangestellten in der Filiale. Dort wurde Kundenwissen individuell erfasst, verarbeitet und mit Vorschlägen aus dem Portfolio versehen. Banking war geprägt von Vertrauen.

Banking ist Detailarbeit

Dem folgte eine erste Umstellung auf digitale Werkzeuge, auch begleitet von einigen echten Flops – denn die neuen Möglichkeiten konnten die persönliche Beratung keineswegs ersetzen. Auf der Suche nach neuen Erlösmodellen stand dann das Investmentbanking im Fokus der Institute – natürlich auch mit teils riesigen Margen für die Banken, aber auch enormen Kapitalverzinsungsmöglichkeiten für die Kunden. Rückwirkend betrachtet war das aber zugleich auch der Anfang vom Ende, was den Ruf für die ganze Branche betrifft.

Doch wie kann und darf eine Bank heute überhaupt noch Geld verdienen? Ich glaube, die Zukunft der Banken kann nicht schlicht mit „digital“ beschrieben werden. Das Bankgeschäft bedeutet in erster Linie „Detail“. Schließlich handelt es sich bei der Branche um eine detailorientierte Dienstleistung. Der Mehrwert entsteht aus einem genauen Kundenverständnis, aus dem sich Produkte und Services nach den individuellen Bedürfnissen des Kunden ableiten – eben nicht nur aus einem zentralen Produktportfolio, sondern ganz persönlich auf seine Bedürfnisse zugeschnitten.

Nichts anderes hat der Angestellte am Schalter auch gemacht. Der Unterschied ist aber: Ausgerüstet mit moderner Technologie ist das heute weit kostengünstiger und noch viel zielgenauer möglich.

Ich bin mir sicher, dass die Banker der Zukunft, die ich an der WHU kennenlernen durfte hier ganz wesentlich Impulse setzen werden.

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