Accenture Banking Blog

Nahezu jede Bank hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Programme zur Kostenreduktion angestossen. Dennoch mündeten diese gross angelegten Initiativen, was die Cost Income Ratio anbetrifft, oft in nur wenig Verbesserung. Bei all den Offshoring- und Outsourcing-Programmen blieb nämlich ein entscheidender Kostenfaktor auf der Strecke – die vorrangige und parallele Optimierung der Prozesse und deren Automation. Diese wurden in der Regel als schlichtweg zu kleinteilig angesehen. Genau hier setzt die nächste Stufe der Prozessautomation an: Robotics oder Robotik. Warum also etwas aus der Hand geben, wenn es auch unproblematisch optimiert und automatisiert werden kann?

Mitarbeiter wollen befreit werden

Die operativen Prozesse in vielen Kreditinstituten sind heute nicht nur durch zahlreiche Medienbrüche gekennzeichnet. So wie ich es beobachte sind auch umfangreiche manuelle Aktivitäten zwischen verschiedenen Systemen Alltag. Da werden ganze Heerscharen an Mitarbeitern permanent durch bisweilen einfachste Routineaufgaben gebunden. Dies betrifft alle Bereiche der Bank, ganz gleich ob Front-, Middle- oder Backoffice. Bestehende Lean Management-Programme schaffen hier kaum Abhilfe. Aus meiner Sicht wird es daher Zeit für den nächsten logischen Schritt, den Einsatz von Robotik. Jeder regelbasierte, stabile Prozess, der nicht von menschlichem Ermessen abhängt und durch digitale Daten unterstützt wird, kommt hierfür in Frage.

Nur wenige Wochen bis zum Einsatz

Systemübergreifende Konteneinträge und Berichte, Migration von Daten und Erstellung von Kalkulationen bei der Kreditzusage, Abwicklung von Kreditkartenanträgen oder auch die Betrugserkennung durch Überwachung von Kontobewegungen: In fast allen Digital-Data Segmenten können Roboter wirksam eingesetzt werden. Das Potenzial ist damit riesig, zumal die roboterbasierte Prozessautomatisierung ebenso einfach funktioniert wie der Einsatz eines Mitarbeiters. Nach Programmierung und Software-Installation kann der Roboter direkt die Arbeit aufnehmen und die identifizierten und festgelegten Prozesse abarbeiten. Zwischen Prozessauswahl und Einsatz vergehen nur wenige Wochen – von der Investition zur Amortisation für das Kreditinstitut ebenso.

Prozessautomatisierung – mehr als nur Kosteneffekte

Dutzende Prozesse innerhalb der Bank könnten auf diese Weise vollkommen automatisiert werden. Und wenn ich mir den Blick auf das Gesamtbild erlaube – die Summe dieser zahlreichen Einzelschritte führt zu etwas wirklich Grossem. Wir gehen davon aus, dass Banken bis zu 80 Prozent ihrer Prozesskosten in den Bereichen einsparen können, wo Robotik zum Einsatz kommen. Doch dies ist bei weitem nicht der einzige Effekt. Bearbeitungszeiten werden um bis zu 90 Prozent reduziert, die Qualität steigt signifikant, da menschliche Fehler vollständig ausgeschlossen werden. Beide Vorteile machen sich auch im direkten Kundenkontakt rasch bemerkbar. Zudem lassen sich systemische Brüche durch die Automatisierung überbrücken; wertvolle Mitarbeiterressourcen können endlich dort zum Einsatz kommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, nämlich in tatsächlich wertschöpfenden und kundenbezogenen Tätigkeiten.

Ich bin mir sicher, dass Robotik auch zur Zukunft der Banken gehört. Denn mehr Effizienzsteigerung und Strukturoptimierung können Institute für vergleichsweise geringe Investment-Tickets nicht bekommen. Banken sollten diese Entwicklung daher möglichst frühzeitig antizipieren und sich damit rasch für die Zukunft aufstellen.

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