Accenture Banking Blog

Wer soll das bezahlen? Viele Bankenverantwortliche stellen sich im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr diese entscheidende Frage. Denn so wichtig der Transformationsschritt ist, und so sinnvoll Investitionen in Technologien sind, die Reise wird beschwerlich und kostet zunächst Geld. Die Budgets sind aber eigentlich längst da. Denn noch immer schlummern in den Instituten nicht gehobene Effizienzpotenziale. Über Jahre haben Banken beispielsweise Back Office-Funktionen zentralisiert, um sich verstärkt auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Funktionen wie das Marketing wurden hier aber stets ausgeklammert. Im Gegenteil, es wurden oftmals sogar Parallelstrukturen aufgebaut.

Welche Schlagkraft eine konsequent auf Effizienz orientierte Marketingorganisation entwickeln kann, zeigen erste erfolgreiche Projekte im Bankensektor. Einige Banken setzen im digitalen Marketing und bei ihren Social Media Aktivitäten auf eine zentralisierte Shared Services-Organisation. Digitales Marketing aus einer Hand, gemacht von Spezialisten auf ihrem Gebiet, mit Ansprechpartnern in jedem relevanten Ländermarkt. Damit lassen sich nicht nur Kosten für digitales Marketing im zweistelligen Prozentbereich reduzieren. Das digitale Marketing als zentraler Kontaktpunkt zum Kunden und allen Stakeholdern ist konsistent wie nie zuvor, wirkt wie aus einem Guss und arbeitet wesentlich serviceorientierter. Jede Maßnahme, immer business-orientiert, folgt vollumfänglich den Corporate Standards.

Gleichzeitig wird eine weitere wesentliche Herausforderung adressiert, die keinesfalls zu unterschätzen ist – der globale Wettbewerb um Talente. Gerade in den voll entwickelten Märkten sind digitale Marketingspezialisten mehr als rar. Bisweilen vergeht ein ganzes Jahr, ehe eine passende Fachkraft an Bord ist. Ganz zu schweigen von der Einarbeitungszeit und permanenten Versuchen anderer Wettbewerber, diese umkämpften Talente abzuwerben. Im Shared-Service-Center können hingegen in vier Wochen neue Spezialisten zur Verfügung stehen.

Es gibt also insgesamt nur wenige Gründe, warum eine Marketingorganisation durch die Bank selbst betrieben werden muss. Und ich bin mir sicher, dass diesem Trend noch einige global organisierte Banken folgen werden – dies auch in zahlreichen weiteren Bereichen ihrer Organisationen außerhalb des Kerngeschäfts. Denn neben der Kostenersparnis schaffen sich die Institute vor allem auch Freiräume für die wesentlichen Dinge. Wertvolle Ressourcen werden frei, um die zahlreichen Herausforderungen auf dem Weg zur digitalisierten Bank zu bewältigen. Mit der zentralisierten Serviceorganisation im Rücken kann das digitale Marketing der Banken nahezu nahtlos in die künftigen Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle eingebunden werden.

Marketing ist eine Dienstleistung, so wie eben andere Unternehmensfunktionen auch. Warum sollen diese dann nicht auch durch spezialisierte externe Dienstleistungsprofis erbracht werden?

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