Accenture Banking Blog

In meinem letzten Blogpost habe ich mir Gedanken zur Relevanz der FinTech Start-ups im großen Bild der Bankenlandschaft  gemacht. Heute möchte ich meine Fragestellung weiter führen:  Wie sieht sie aus, die Zukunft des Bankgeschäfts? Werden künftig Spieler aus der Start-up-Szene mit singulären Angeboten oder Technologiegiganten wie Google den Markt dominieren? Werden Banken gar auf die Rolle des Infrastrukturdienstleisters im Hintergrund reduziert?

Ich meine nein! All den FinTech-Lösungen zum Trotz, die das Bankgeschäft vielerorts angreifen: Die klassischen Kreditinstitute haben im Zuge der Entwicklung neuer, digitaler Produkte und Services eine Menge Potenzial in die Waagschale zu werfen. Dabei springen mir insbesondere zwei nicht zu unterschätzende Vorteile in Konkurrenz zur Technologie-Community ins Auge.

So verfügen Banken einerseits über eine breite Kundenbasis. Dies bedeutet nicht nur, dass sie sich den Kontakt zu ihrer Zielgruppe eben nicht neu aufbauen müssen wie Start-ups. Sie haben gleichzeitig einen enormen

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Wissensvorsprung, was diese Zielgruppe anbetrifft. Allein der Zugang zu Kundendaten zum Beispiel auf Basis des Zahlungsverkehrs – dies ist der Treibstoff, mit dem neue, kundenzentrierte Geschäftsmodelle an Fahrt gewinnen können. Und andererseits ist da noch das fundierte Wissen über stabile und sichere Bankenprozesse. Solche Wettbewerbsvorteile hat kein FinTech Unternehmen. Es gilt nur, sie zu nutzen.

Doch wie werden die neue Ideen, die Zukunft dessen, wie Bankgeschäft funktioniert, geboren? Ausschließlich zentral in der Innovationsabteilung der Bank oder über Aktivitäten als Wagniskapitalgeber im FinTech-Bereich? Weder, noch! Ich gehe davon aus, dass die besten Ansätze bereits in den Instituten und Filialen selbst vorhanden sind. Schließlich findet hier der tägliche Kundenkontakt statt. Es sind noch immer die Mitarbeiter in der Fläche, die für ihre Kunden Blitzableiter, Kummerkasten und Problemlöser zugleich sind. Statt ausschließlich auf Investments in Start-ups zu setzen, sollten Banken ihre Filialen und die Vertriebe vor Ort in ihre Innovationsprozesse einbeziehen. Zusammen mit dem bestehenden Kundendatenschatz können dann Produkte und Services entwickelt werden, die ganz konkrete Problemlösungen und Mehrwerte darstellen.

Natürlich möchte ich an dieser Stelle Kooperationen mit Start-ups nicht ausschließen. Eine frühzeitige Co-Finanzierung und Einbindung von Innovatoren kann auf dem Weg zu einer kundenzentrierten Positionierung durchaus sinnvoll sein. Die Etablierung einer eigenen Start-up-Kultur und eigener mutiger Schritte bei der Entwicklung neuer kundenzentrierter Lösungen, halte ich aber dennoch für unabdingbar.

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